Geschichtsabriss des VfB Blau - Gelb 21 Flöha

 

 

Seit mehr als 80 Jahren wird in Flöha Handball gespielt. Die Gründungsveranstaltung der Abteilung fand im Mai 1921 statt.

 

Die ersten Aktivisten waren Erich und Kurt Reiß, Emil Hüllemann, später kam Ernst Haller dazu. Diese Herren zeichneten sich nicht nur als Funktionäre aus, vielmehr agierten die Pioniere des Flöha 'er Handballsports auch auf dem Feld.

 

Erich Reiß

Kurt Reiß

Ernst Haller

Die damalige Mannschaft konnte sich über so manchen Sieg freuen. Doch an eine stetige Entwicklung war nicht zu denken. Hochwasserkatastrophen, Wirtschaftskrisen, Weltkrieg oder Wechsel der Gesellschaftsordnungen brachten den Verein immer wieder in Schwierigkeiten. Wenn es ganz ernst wurde, war immer eine Handvoll Idealisten am Werk, die kleine und große Sorgen zum Teil durch famose Improvisation und persönlichen Einsatz beseitigen.

 

Der Vizemeister 1921 im Großfeldhandball - die Mannschaft der V.T. Flöha

 

1951 ging die Handballabteilung in die BSG Einheit Flöha über. Unter einfachsten Bedingungen stellten die Sportler und Funktionäre jederzeit Bemerkenswertes auf die Beine. 1966 gab es das erste Trainingslager in der Vereinsgeschichte für eine Jugendmannschaft in Potsdam.

 

 

Trainingslager Potsdam

 

Kurze Zeit später waren aber nur noch ein paar Unverdrossene übrig, die sich ernsthaft mit der Auflösung der Handballabteilung beschäftigten. Bald ging es jedoch wieder bergauf. 1971 gab es zum "50." eine große Feier. 1983 stieg die " Erste " in die Bezirksliga auf.

 

14.05.1983 - Der Aufstieg in die Bezirksliga ist perfekt

 

Nach der politischen Wende in Ostdeutschland gründeten die Sportler 1990 den TSV 1848 Flöha, indem die Handballabteilung mit integriert war.

1992 gliederten sich die Handballer aus dem großen TSV heraus und gründeten am 27.Mai ihren eigenen Handballverein, den VfB Blau - Gelb 21 Flöha.  In der Saison 1995 / 96 spielte erstmals eine A - Jugendmannschaft in der Oberliga Sachsen. Diese Mannschaft, trainiert von Andreas Bolomsky und Lutz Braun, sollte wenige Jahre später für den größten sportlichen Aufstieg in der Flöha 'er Handballgeschichte sorgen. 

 

Die A - Jugendmannschaft von 1995

 

Als erste Männermannschaft schaffte sie innerhalb von drei Jahren ( 1999 - 2001 ) den Sprung von der Bezirksklasse bis in die Oberliga. Unvergessen das dramatische und alles entscheidende Aufstiegsspiel der Blau - Gelben bei Motor Gohlis - Nord Leipzig in die Verbandsliga. Hoffnungslos lag die Mannschaft nach 47 Spielminuten mit 12 : 17 zurück. Danach starteten sie eine Aufholjagd und wurden von den 350 mitgereisten Fans nach vorn getrieben. Die Mannschaft wuchs über sich hinaus und Spieler wie Ronny Butze im Tor oder Christian Kämpfe und Frank Härtlein gelang einfach alles. Am Ende siegte der VfB mit 21 : 19.  Wieder waren es die beiden Trainer Andreas Bolomsky und Lutz Braun mit ihrer Mannschaft, die diesen sportlichen Erfolg erreichten.

 

 

                            22. April 2001 - Die Helden von Leipzig

 

Leider konnte der VfB die Spielklasse nicht halten und musste nach nur einem Jahr wieder in die Verbandsliga absteigen. Der Vorstand des Vereines zog seine Konsequenzen aus dem Abstieg und trennte sich danach von seinem Trainergespann. Hinzu kam, dass 8 Leistungsträger aus dieser Mannschaft den Verein verlassen haben.

 

Dadurch begann der Vorstand im Mai 2002  wieder von vorn. Neuer Trainer der Mannschaft wurde Dr. Joachim Böhnstedt. Er musste nun eine neue Mannschaft für die Saison 2002 / 03 bilden. Das dieses schon schwer genug ist, zeigt das bis auf die eigenen Nachwuchsspieler, nur 2 Neuzugänge zu verbuchen waren. Leider kam es außerdem zu Spannungen innerhalb der Mannschaft. In dieser schon kritischen Situation ereilte dem VfB auch noch die Hochwasserkatastrophe am 12. August. Die Heimhalle war ab diesem Tag für 6 Monate für jeglichen Sportbetrieb gesperrt. Alle Heimspiele mussten  vorerst auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden.

 

        

                     Unsere Heimhalle versinkt in den Fluten - Die Überreste des Sportplatzes hinter der Halle

 

Durch diese Situation war an einen regulären Trainingsbetrieb nicht zu denken. Trotz vieler Bemühungen in anderen Sporthallen der Umgebung Trainingszeiten zu erhalten, konnte die Mannschaft nur aller 2 Wochen trainieren. Die Folge war , dass 10 Spieltage vor dem Saisonende die 1.Männermannschaft mit nur 3 Pluspunkten abgeschlagener Tabellenletzter war. Um das Unmögliche vielleicht doch noch zu schaffen, den Klassenerhalt, vollzog der erst im November 2002 neu gewählte Vorstand einen weiteren Trainerwechsel. Lutz Braun und Mike Richter übernahmen als Trainergespann unsere 1.Männer. Zwar konnten bis zum Saisonende 16 Pluspunkte noch erzielt werden, jedoch musste die Mannschaft in die Relegation, die man verlor. Damit stieg die 1.Männer aus der Verbandliga in die Bezirksliga ab und die Mannschaft löste sich zum 2.Mal auf.

Im Sommer stellte das Trainergespann Braun / Richter wieder eine neue 1. Männermannschaft zusammen. Neben den " Alten Hasen " wie Tim Berger, Frank Härtlein, Ronny Beier, Norbert Knechtel, Frank Meinhold und Ronny Butze, setzten sie verstärkt auf die eigene A - Jugend. So rückten Denny Merz, Thomas Wagner oder Daniel Michel ( alle 17 Jahre ) vorzeitig in den Männerbereich auf. Mit einem Altersdurchschnitt von unter 21 Jahren wurden die beiden Trainer über ihre neue Mannschaft von allen Seiten nur belächelt und als erster Absteiger gehandelt. Allen Kritikern zum Trotz erkämpfte die Männermannschaft völlig überraschend den 2.Platz und verhinderte damit den freien Fall. 

Noch schlimmer sah es im Nachwuchsbereich nach dem Hochwasser aus. Ein Grossteil der Kinder und Jugendlichen konnten an keinem Trainingsbetrieb mehr teilnehmen, weil sie keine Möglichkeiten besaßen, um in die Sporthallen der Umgebung zu gelangen. Auch alle Anstrengungen des Vereines, dass Transportproblem zu lösen, konnte nicht erreicht werden. Dadurch verließen den VfB zu dieser Zeit sehr viele Nachwuchsspieler. Insgesamt nahmen in der Saison 2001 / 2002 drei Männer-, eine Frauen - sowie sieben Nachwuchsteams am Spielbetrieb noch teil.

 

Im Frühjahr 2005 stellt sich die Situation etwas besser dar. Der Verein hat sich von den Auswirkungen des Hochwasser 2002 wieder erholt. Der weibliche Bereich hat gegenüber dem männlichen Bereich mächtig aufgeholt und sich stark entwickelt. Nicht verwunderlich ist dadurch, dass unsere Frauenmannschaft  in der 2. Bezirksklasse vor dem Aufstieg in die 1. Bezirksklasse steht.

Im männlichen Bereich sieht es da etwas anders aus. Immer mehr zurück gehende Zahlen im Nachwuchsbereich belasten den Verein. Nur noch mit spielen in 2 Altersklassen der Kinder und Jugendlichen, kann der VfB noch alle Jugendmannschaften besetzen. Aber auch im Männerbereich hat eine negative Entwicklung eingesetzt. Viele Spieler müssen den Verein aus beruflichen Gründen verlassen. Somit hat der VfB neben seiner Leistungsmannschaft in der Bezirksliga, nur noch eine 2. Männer in der Kreisunion, die sich aber eher als eine Volkssportvertretung darstellt.

 

Die Saison 2004 / 05 beendete die 1. Männermannschaft auf Platz 5 der Bezirksliga. Für positive Schlagzeilen sorgte die "Zweite", die sich in den Aufstiegsspielen zur 2. Bezirksklasse nach einem 21:19 Heimsieg und dem 19:19 beim HC Einheit Plauen III durchsetzte. Mike Richter markierte in beiden Partien insgesamt 11 Treffer. Die Frauen machten ihren Aufstieg in die 1. Bezirksklasse vorzeitig perfekt. Durch einen 27:20 Heimsieg gegen den HV Oederan II war den VfB – Amazonen zwei Spieltage vor Saisonende der Sprung nach oben nicht mehr zu nehmen.

 

Die erste Männermannschaft schaffte in der Serie 2005/06 den Sprung auf das Treppchen der Bezirksliga. Die Blau – Gelben belegten in der Endabrechung den dritten Rang. Sowohl die Frauen (9.Platz) sowie die zweite Männervertretung (6.) konnten sich in ihren neuen Spielklassen behaupten.

 

So richtig auf die Pauke haute die "Erste" in der Saison 2006/07. Die Schützlinge von Trainer Lutz Braun holten sich auf Bezirksebene das Double. In der Punktspielserie erkämpfte sich das Team mit 45:7 Punkten die Meisterschaft. Außerdem bezwang die Truppe im Bezirkspokalfinale den SV Sachsen Werdau 23:16. Flöha II wurde in der 2. Bezirksklasse Fünfter, die Frauen verpassten als Vierter der 1. Bezirksklasse den Sprung auf das Podest nur knapp. Die III. Männermannschaft erkämpfte sich in der Kreisliga den vierten Rang, die männliche B – Jugend kam in der Bezirksliga auf Rang sieben ein.       

Mit einem neuen Übungsleiter startete VfB Flöha I in die Verbandsligasaison 2007 / 08. Die Verantwortung hatte der Dresdner Norbert Stein übernommen, Lutz Braun agierte als Co – Trainer. Das Team schlug sich in der Staffel West gut und belegte mit 26:18 Punkten Rang fünf. Während Flöha II in der 2. Bezirksklasse Platz vier verbuchte, hatten die Frauen Grund zum jubeln.

Die Schützlinge des Trainergespanns Frank Meinhold / Ronny Butze buchen die Tickets für den Bezirksliga – Aufstieg. Trainer Peter Hüttner arbeitete viel mit der männliche B – Jugend, doch durch große Aufstellungssorgen verbuchte die Nachwuchsmannschaft als Tabellenletzter nur 4:28 Zähler. Durch die Umstrukturierung der Kreisliga (es wurde mit Chemnitz – Stadt gespielt) zog sich die "Dritte" für ein Jahr vom Punktspielbetrieb zurück. Die Senioren hätten 24 Pflichtspiele absolvieren müssen.

 

Lutz Braun stand ab der Saison 2008 / 09 wieder an der Spitze der ersten Mannschaft, da sich Norbert Stein aus persönlichen Gründen nach einem Jahr verabschiedete. Das Team spielte eine ansprechende Serie und hätte fast einen Platz  unter den Top – Drei geschafft. Am Ende wurde es der vierte Rang. Die Frauen kämpften in der Bezirksliga aufopferungsvoll und schafften mit 17:27 Punkten und Platz neun den Klassenerhalt. VfB Flöha II riss keine Bäume aus, ließ es an mannschaftlicher Geschlossenheit fehlen und verblieb dennoch in der 2. Bezirksklasse. Flöha III erspielte sich in der neu gebildeten Kreisklasse mit 8:10 Punkten Rang drei. Die weibliche A – Jugend wurde in der Bezirksliga Vizemeister, das Trainerduo Hendrik Seidel / Udo Uhlmann führte die männliche C – Jugend in der Bezirksliga auf Platz vier.               

 

Neue Wege bestritt der VfB zu Beginn der Saison 2009 / 10 im Nachwuchsbereich. Unter Federführung von Peter Hüttner erfolgte die Gründung der SG VfB Flöha / Turbine Frankenberg, die mit ihren Teams erstmals in dieser Serie am Spielbetrieb teilnahm.

Die erste Mannschaft wurde durch Spieler wie Frank Drechsler ( kam aus Waldheim ), Andreas Winkler ( vom LRC Mittelsachsen ) und Frank Riedel ( HV Oederan ) verstärkt. Als Trainergespann fungierten Lutz Braun / Tim Berger.